Rede von Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld
Ich freue mich sehr, dem Ortsbeirat 11 heute die Neujahrsgrüße des Magistrats überbringen zu dürfen. Als Bergen-Enkheimerin bin ich in der unmittelbaren Nachbarschaft zuhause und verfolge die Entwicklung der Stadtteile Fechenheim, Riederwald und Seckbach mit besonderem Interesse. Mit großer Freude sehe ich, dass sich in den vergangenen Jahren vieles zum Positiven verändert hat, nachdem der Frankfurter Osten über lange Zeit vernachlässigt worden war. Lassen Sie mich jedoch, bevor ich näher darauf eingehe, einen kurzen Blick auf die gesamtstädtische Entwicklung werfen.
Frankfurt ist im vergangenen Jahr wieder ein Stück attraktiver geworden. Seit Jahren schon wächst die Einwohnerzahl im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten hier kontinuierlich. Besonders erfreulich ist, dass sich zunehmend junge Familien in der Stadt ansiedeln. 2008 kamen so viele Kinder zur Welt wie zuletzt in den 60-er Jahren. Wir sind auf dem richtigen Weg, Frankfurt familienfreundlicher zu gestalten. Ich denke hierbei insbesondere an: die Beitragsfreiheit im letzten Kindergartenjahr bei Verbesserung der Betreuungsschlüssel, die Halbierung der Beiträge in Krabbelstuben und das Wohnbauförderungsprogramme für Familien.
Mit solchen Maßnahmen schafft die Stadt wichtige allgemeine Rahmenbedingungen. Doch mindestens genauso wichtig für die Lebensqualität ist die Atmosphäre und das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Stadtteilen. Durch Zuschüsse an Vereine, Träger von sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie Initiativen versucht die Stadt, positive Ansätze zu stärken und zu entwickeln. Gerade im Ortsbezirk 11 zeigt sich, wie wichtig und richtig diese Unterstützung ist.
Fechenheim war als Industriestandort stärker als andere Stadtteile von der Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft betroffen. Umso wichtiger war die Aufnahme in das „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ im Jahr 2000. Viele der damals initiierten Projekte bestehen auch heute noch, nachdem das Quartiersmanagement 2004 auslief. Dazu zählen das Projekt „Kids auf Kunst“ und die Skateranlage im Heinrich-Kraft-Park. Das Konzept des Programms, nachbarschaftliches Engagement nachhaltig zu stärken, ist also voll und ganz aufgegangen.
Auch nach Abschluss des Quartiersmanagements begleitet die Stabsstelle „Aktive Nachbarschaft“ in meinem Dezernat die Entwicklung Fechenheims weiter. Unter anderem unterstützen wir die Beratungswohnung des Projekts „Unser Dieter“ in der Bürgeler Straße. Mit dem Projekt hat der Regionalrat kürzlich beim Bündnis für Demokratie und Toleranz aus Berlin am Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ teilgenommen und einen Preis gewonnen. Ich bin froh, dass die positive Entwicklung Fechenheims jetzt zusätzlich durch das Bund-Länder-Programm „Aktive Kernbereiche“ unterstützt wird, für das die Federführung bei der Stadtplanung liegt.
Seit vergangenem Jahr gehört auch die Atzelbergsiedlung zu den Quartieren des „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“. Schon die bloße Ankündigung des Programms hatte hier Kräfte in der Bevölkerung aktiviert. Ich denke insbesondere an die Initiative, die die Quartierszeitung „Das Elsterblättche“ herausgibt. Als erstes Projekt des Quartiersmanagements war dann die Planungswerkstatt Atzelbergplatz ein voller Erfolg. Wir arbeiten zurzeit an der Umsetzung der Planung und werden den Ortsbeirat dabei selbstverständlich eng einbeziehen.
Neben modernen Ansätzen wie dem Quartiersmanagement, setzt die Stadt immer auch auf bewährte Konzepte und Kräfte. Als Sportdezernentin habe ich hier natürlich insbesondere die Turn- und Sportvereine im Blick. Der Sport leistet in unserem Gemeinwesen wichtige Dienste: in der Kinder- und Jugendarbeit, im Stadtteilleben und in der Gesundheitsprävention.
Insbesondere Sport und Soziales gehen sehr gut zusammen, wie sich in der Praxis immer wieder zeigt. Hierbei denke ich auch an die Sportvereinigung 03 Fechenheim, die das Jugendzentrum Fechenheim-Nord in der Birsteiner Straße aufgenommen hat. Dadurch liegt das Jugendzentrum nicht nur viel zentraler für die Jugendlichen, sondern es hat auch mehr Platz. Demnächst kommt noch eine zusätzliche weibliche Kraft ins Team, die dann verstärkt auch Angebote für Mädchen machen wird.
Wegen des hohen Stellenwerts, den die Arbeit der Turn- und Sportvereine genießt, ist der Stadt Frankfurt sehr daran gelegen, dass die Mitglieder vernünftige Trainingsbedingungen vorfinden. Das gilt natürlich auch für die Anlagen im Ortsbezirk 11. Ich freue mich, dass mein Dezernat das aktuelle Bauprojekt von Eintracht Frankfurt unterstützen kann. Der Verein baut im Riederwald eine neue Geschäftstelle, ein Gastronomie-Bereich, ein Fan-Shop und eine Sporthalle.
Ich hoffe, dass wir in absehbarer Zeit auch den gewünschten Leichtathletiksektor auf der Sportanlage Seckbach-Süd und ein neues Umkleidegebäude auf der Sportanlage Birsteiner Straße realisieren können. Beide Projekte stehen weit oben auf der Prioritätenliste des Sportamtes für die Sanierung der städtischen Sportanlagen. Wenn die Stadtverordnetenversammlung unseren Vorschlägen zustimmt, müssen wir allerdings noch die Genehmigung des Haushalts 2009 durch den Innenminister abwarten, ehe wir loslegen können.
Lassen Sie mich noch ein anderes Thema anschneiden, das uns im Sportdezernat zurzeit sehr beschäftigt: Vom 30. Mai bis 5. Juni wird Frankfurt in diesem Jahr das Internationale Deutsche Turnfest ausrichten. Das Turnfest ist die größte Breitensportveranstaltung der Welt. Ein solches Projekt kann nur dann ein Erfolg werden, wenn es gelingt, das Turnfest in der gesamten Stadt zu verankern. Es muss ein Projekt aller sein, und da spreche ich ganz besonders Sie, die aktiven Kräfte in den Stadtteilen an.
Das Turnfest – wir rechnen mit rund 80.000 Teilnehmern und insgesamt rund 100.000 Besuchern – kann nur mit einem großen Kraftakt bewältigt werden. Wir bereiten über 65.000 Übernachtungsplätze in Schulen, zum Teil auch außerhalb Frankfurts, vor und lassen weitere Übernachtungsplätze von unserer Tourismus GmbH vorhalten. Wir werden mehr als 2000 Wettkämpfe an 150 Veranstaltungsstätten haben.
Die Dimensionen machen deutlich: um ein unvergessliches Turnfest 2009 für alle auf die Beine zu stellen, brauchen wir sehr viel Unterstützung. Dabei spielt die Schulunterbringung eine ganz wichtige Rolle. Sie ist das Herzstück eines jeden Turnfestes. Fühlen sich die Gäste willkommen in den Schulen, überträgt sich dieses Wohlfühlatmosphäre auf die gesamte Veranstaltung bzw. auf die gesamte Stadt. Das muss unser Ziel sein. Im Ortsbezirk 11 haben wir bisher drei Vereine, die uns tatkräftig unterstützen wollen. Allen voran die TSG Fechenheim, die die Freiligrathschule und die Heinrich-Kraft-Schule betreut. Um die Pestalozzischule kümmert sich die SG Riederwald und um die Friedrich-Ebert-Schule der TV Seckbach. Herzlichen Dank Ihnen allen!
Wer jetzt Lust bekommen hat, muss sich nicht grämen, dass er zu spät gekommen ist. Es fehlt uns noch ein betreuender Verein für die Konrad-Haenisch-Schule in Fechenheim-Nord und auch in den benachbarten Stadtteilen sind noch einige Schulen unversorgt wie die Brüder-Grimm-Schule, die Helmholtzschule und die Hallgartenschule. Helfen Sie mit, diese herausragende Veranstaltung zu einem großen sportlichen und gesellschaftlichen Höhepunkt 2009 werden zu lassen. Dabei setzen wir nicht nur auf die Turn- und Sportvereine. Alle Vereine sind herzlich willkommen, dieses Ereignis aktiv mit zu gestalten und mit zu erleben.
Etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, macht Freude und stärkt den Zusammenhalt. Die Bürgerinnen und Bürger in Fechenheim, Riederwald und Seckbach haben immer wieder bewiesen, dass sie diese Kunst verstehen. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Magistrats herzlich danken. Insbesondere auch den Vereinen, Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen und Ortsbeiratsmitgliedern. Ohne Ihre Unterstützung wäre Frankfurt längst nicht so attraktiv wie es heute ist.